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Corp

etwa 7 MinutenStudierende, Mitarbeitende, IT-Mitarbeitendegeprüft 17. August 2026

In diesem Artikel wird der Subscription-Typ Corp Subscription genauer beleuchtet, da er sich deutlich von den anderen beiden Typen unterscheidet.

Bei der Erstellung der Corp Subscription wird automatisch ein Virtual Network eingerichtet. Dieses Netzwerk wird in Azure Spoke genannt und wird automatisch mit dem Hub in Azure verbunden, welcher wiederum mit dem Netzwerk der Universität Bern verbunden ist.

Nachfolgendes Diagramm zeigt den groben Aufbau:

architecture-beta
    group unibe[UniBE]
    group azure(logos:azure)

    group connectivity(azure:subscriptions)[Connectivity] in azure
    group subscription(azure:subscriptions)[UserSubscription] in azure

    group vnetHub(azure:virtual-networks)[Hub] in connectivity
    service azfirewall(simple-icons:fortinet)[Firewall] in vnetHub

    group vnetSpoke(azure:virtual-networks)[Spoke] in subscription
    service webapp(azure:virtual-machine)[App] in vnetSpoke

    service firewall(simple-icons:fortinet)[Firewall] in unibe

    webapp{group}:R -- L:azfirewall{group}

    azfirewall{group}:R -- L:firewall{group}

Das Virtual Network ist als Ressource in der erstellten Corp Subscription sichtbar. Der Ressource wird automatisch ein privater IP-Bereich zugewiesen, welcher direkt vom Netzwerk der Universität Bern erreichbar ist.

Der Adressbereich hat eine definierte Grösse, welche bei der Bestellung angegeben werden kann. Falls die initiale Grösse nicht genügt, kann mit den ID Kontakt aufgenommen werden, um diesen zu vergrössern.

Im bereitgestellten Virtual Network müssen zunächst Subnetze erstellt werden. In diesen können danach Services von Azure platziert werden. Die Netzwerksegmentierung ist abhängig von Services, die darin bereitgestellt werden sollen, und ist somit vom Subscription-Inhaber zu definieren.

Je nach bereitgestelltem Adressbereich kann entweder ein grosses oder mehrere kleinere Subnetze verwendet werden. Die nachfolgende Tabelle illustriert beispielhaft die Subnettierung eines Netzwerks der Grösse /26. Die Tabelle ist nicht abschliessend. Es ist auch möglich, unterschiedlich grosse Subnetze zu bilden.

AdressbereichSubnetzeAnzahl AdressenSubnetz Adressbereiche
10.32.0.0/26159
  • 10.32.0.0/26
10.32.0.0/2622 * 27
  • 10.32.0.0/27
  • 10.32.0.32/27
10.32.0.0/2644 * 11
  • 10.32.0.0/28
  • 10.32.0.16/28
  • 10.32.0.32/28
  • 10.32.0.48/28

Sämtlicher Datenverkehr wird in den Corp Subscriptions über die Azure Firewall der ID geleitet. Daher muss bei der Erstellung eines Subnetzes auch zwingend eine Route Table ausgewählt werden, die von der ID zur Verfügung gestellt wird. Diese Route Table setzt für das gesamte Subnetz die Firewall als Standardgateway.

Die Network Security Group (NSG) bietet einfache Firewall-Regeln für das eigene Subnetz, womit die Dienste durch die Nutzenden geschützt werden können. In einer Corp Subscription wird automatisch eine Standard-NSG erstellt. Diese kann an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Wie bei der Route Table wird eine NSG beim Erstellen eines neuen Subnetzes vorausgesetzt.

Azure DNS ist mit dem DNS der Universität Bern integriert. Somit sind die Zonen der Azure Cloud auch innerhalb der Universität Bern abfragbar und Änderungen am Azure DNS unmittelbar auch innerhalb des DNS der Universität Bern sichtbar.

Für das Azure DNS sind zwei Anwendungsfälle relevant:

  • Für jede Organisationseinheit gibt es eine DNS-Zone in Azure basierend auf deren Kürzel gemäss dem Schema <institutskürzel>.azure.cloud.unibe.ch. Diese Zone wird primär für virtuelle Maschinen und Benutzereinträge verwendet.
    • Für virtuelle Maschinen wird automatisch ein DNS-Eintrag mit dem Namen der virtuellen Maschine innerhalb dieser Zone erstellt. Für eine VM testvm01 wird also automatisch testvm01.<institutskürzel>.azure.cloud.unibe.ch erstellt und mit der korrekten IP-Adresse verknüpft.
    • Eigene arbiträre Einträge in dieser (und nur in dieser) Zone können über das Portal erstellt werden. Eine Anleitung ist im Tutorial Benutzerdefinierte DNS-Einträge zu finden.
  • Die Namensauflösung für PaaS-Dienste wird in dienstspezifischen Zonen geführt, z. B. privatelink.azurewebsites.net oder privatelink.vaultcore.azure.net. Einträge in diesen Zonen werden automatisch durch Policies verwaltet. Manuelle Einträge sind hier nicht nötig und möglich. Eine Anleitung ist im Tutorial PrivateLink DNS Eintrag zu finden.

Falls ein Dienst in einer Corp Subscription bereitgestellt wird, der aus dem Internet erreichbar sein soll, kann dies in Zusammenarbeit mit der ID realisiert werden.

Dabei ist zwischen zwei Szenarien zu unterscheiden, abhängig davon, auf welche Art und Weise der Dienst erreichbar ist:

  1. Der Dienst kommuniziert über das Hypertext Transfer Protocol (HTTP/HTTPS)
  2. Der Dienst erstellt einen TCP/UDP-Socket, nutzt jedoch nicht HTTP/HTTPS

Die ID betreibt ein zentrales Microsoft Azure Application Gateway, welches externe Anfragen annimmt und nach intern weiterleitet.

architecture-beta
    group azure(logos:azure)

    group connectivity(azure:subscriptions)[Connectivity] in azure
    group subscription(azure:subscriptions)[UserSubscription] in azure

    group vnetHub(azure:virtual-networks)[Hub] in connectivity
    group vnetAppGW(azure:virtual-networks)[AppGateway] in connectivity
    group vnetSpoke(azure:virtual-networks)[Spoke] in subscription

    service azfirewall(simple-icons:fortinet)[Firewall] in vnetHub
    service webapp(azure:virtual-machine)[App] in vnetSpoke
    service appgw(azure:application-gateway)[Application Gateway] in vnetAppGW
    service appgwpip(azure:public-ip)[Public IP] in vnetAppGW

    appgwpip:R -- L:appgw
    appgw:R -- L:azfirewall
    azfirewall:T -- B:webapp

Um einen Dienst per HTTP/HTTPS auf dem Application Gateway aufschalten zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Der Dienst muss über HTTP/HTTPS erreichbar sein. Der Port ist dabei nicht relevant.
  2. Das Application Gateway benötigt einen URL-Endpunkt, um den Status des Dienstes zu ermitteln (Health Probe).
  3. Der Dienst hat einen DNS-Eintrag im Azure Private DNS und ein gültiges Zertifikat.
  4. Ein öffentlicher kanonischer DNS-Eintrag (CNAME) zeigt auf das Application Gateway appgateway-azure-cloud.id.unibe.ch.

Die Registrierung neuer Services auf dem Application Gateway muss per Ticket an die ID bestellt werden.

In diesem Szenario muss auf der zentralen Firewall die Portnummer registriert werden, welche die Applikation exponiert.

Die Registrierung neuer Services auf der Firewall muss per Ticket an die ID bestellt werden.

Für alle Anpassungen wurde bisher auf das Azure Portal verwiesen. Azure bietet zudem einen Command Line Interface (CLI) Client az an. Damit können Ressourcen via Scripts erstellt und geändert werden, was einige Vorteile mit sich bringt. Eine entsprechende Anleitung ist im Artikel Azure CLI zu finden.